Gleichstromtechnologien (DC) ermöglichen potenziell eine erhebliche Steigerung der Flexibilität elektrischer Netze. Damit sind sie ein zentraler Baustein für die Transformation der Energieinfrastruktur hin zu erneuerbaren Energien sowie einer stärkeren Sektorkopplung – insbesondere zwischen Strom, Wärme und Mobilität.
Trotz technischer Reifung in den letzten Jahren haben DC-Systeme für viele entscheidende Akteursgruppen – etwa Netzbetreiber:innen, Bauherr:innen, Investor:innen, Behörden oder Installationsbetriebe – bislang kaum Einzug in das etablierte Lösungsrepertoire gehalten. Es handelt sich um ein vielschichtiges Diffusionsproblem: Zahlreiche sozio-ökonomische Hürdenbremsen den infrastrukturellen Wandel – zugleich ist dieser mit erheblichem Zeitdruck verbunden.
Das FEN-Projekt Living Lab Hub (LLH) setzt genau hier an. Als eines von drei Vorhaben im Forschungscampus Flexible Elektrische Netze(FEN) erschließt der LLH die sozial-räumlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen real-weltlicher DC-Anwendungen in enger Verzahnung mit seinen technischen Schwesterprojekten ModuLo und MV2DC. Reallabore dienen dabei als zentrale Test- und Experimentierumgebungen, um DC-Lösungen unter realen Bedingungen zu erproben, zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Der Living Lab Hub verfolgt das Ziel, die DC-getriebene Energiewende durch ein Netzwerk von DC-Reallaboren gezielt zu beschleunigen und das dort entstehende Wissen zu bündeln. Im Zentrum steht die Begleitung von mindestens sieben verschiedenen DC-Reallaboren in unterschiedlichen räumlichen und organisatorischen Kontexten. Auf dieser Basis werden Gelingensbedingungen einer dynamisch-resilienten Infrastrukturentwicklung identifiziert, modelliert und in Form übertragbarer Prototypen von Reallaboren beschrieben.
Der Living Lab Hub versteht sich als Anlaufstelle für einschlägige DC-Vorhaben in Deutschland, um praxisrelevantes DC-Wissen zu bündeln, den Aufbau eines nationalen Netzwerks von Expert:innen und Kompetenzclustern zu fördern und zentrale Transformationsakteur:innen durch Beratung, Austauschformate und Qualifizierungsangebote zu unterstützen.
Der Living Lab Hub folgt einem dreigleisigen Ansatz.
Erstens werden gemeinsam mit Partner:innen konkrete DC-Reallabore begleitet. Die Settings unterscheiden sich bewusst in ihren technischen, sozialen und räumlichen Rahmenbedingungen, um ein breites Spektrum an Anwendungsfällen abzubilden.
Ein besonderes Highlight ist das mobile DC Tiny House: Als vollständig DC-basiertes Konzept soll es bundesweit in Transformationswerkstätten, auf Messen oder bei Aktionstagen eingesetzt werden und bietet einen niedrigschwelligen Ort des Lernens und Mitgestaltens für Fachakteur:innen und interessierte Bürger:innen.
Zweitens werden in diesen und weiteren Kooperationsreallaboren empirisch die Bedingungen für erfolgreiche Veränderungen untersucht. Diffusionshemmnisse und -treiber werden herausgearbeitet und zu Reallabor-Mustern verdichtet, die in andere Kontexte übertragbar sind. Auf diese Weise entsteht ein wachsender Pool an DC-Musterlösungen und Best Practices für die Infrastrukturentwicklung.
Drittens konzentriert sich der LLH auf die Vermittlung desgewonnenen DC-Lösungswissens. Durch gezielte Wissensaufbereitung für unterschiedliche Zielgruppen sowie durch Workshops, Netzwerktreffen und öffentliche Formate unterstützt der Living Lab Hub die Verankerung von DC-Technologien im sozio-ökonomischen Lösungshorizont zahlreicher Akteur:innen– und wirkt damit unmittelbar in das Feld real-weltlicher DC-Innovationen.
wurde die Flexible Elektrische Netze FEN GmbH gegründet.
Bürofläche stehen unseren Mitarbeitern und Partnern im Think Tank zur Verfügung.
Wissenschaftliche und nicht wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen.
Der Forschungscampus FEN wird u.a. von der gleichnamigen Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt.